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SETI
S E T I   könnte eine Botschaft empfangen
 
Dies ist eine aufregende Zeit

Peter D. Ward und Donald Brownlee in ihrem Buch "Unsere einsame Erde"


SETI@Home
"SETI@Home ist das wohl erfolgreichste Projekt im Bereich Distributed Computing", schreibt die Computerzeitschrift c't (6/2001) in einem Artikel über Peer-to-Peer Netze.
SETI ist die Abkürzung für "Search for Extraterristrial Intelligence". Das Radio-Teleskop "Arecibo" auf Puerto Rico ist auf Empfang geschaltet. Jeden Tag fallen etwa 40 Gigabyte Daten an, welche seit 1999 in Päckchen per Internet an private PCs verteilt werden. Dieses Projekt wird SETI@Home genannt.
Auf einem Seti-PC läuft das Programm SETI@Home z.B. als Bildschirmschoner nur dann, wenn der PC nichts zu tun hat. So wird brachliegende Rechenkapazität sinnvoll eingesetzt, ohne für den Benutzer Kosten zu verursachen. Es kann je nach PC sehr lange dauern, bis ein Datenpaket fertig ausgewertet ist. Trotzdem ist die Computerkraft aller Seti-PCs zusammen angeblich zehnmal höher als die des zur Zeit schnellsten Computers "ASCI White" (IBM).


So sieht der Bildschirmschoner SETI@Home aus.

Weltweit gibt es etwa drei Millionen PC-Benutzer, die ihre Rechenkapazität für SETI@Home zur Verfügung stellen. In Deutschland wäre das Projekt SETI@Home sicherlich noch viel erfolgreicher, wenn die deutschen Zeitungen im Jahre 1999 darüber nicht so mißverständlich berichtet hätten. Beim Leser konnte der Einduck entstehen, man müsse ständig ONLINE sein, damit das Programm arbeite.
In Wirklichkeit braucht man nur ein Datenpaket von http://setiathome.berkeley.edu downzuloaden, dann OFFLINE zu gehen, das Programm als Bildschirmschoner zu installieren und weiter nichts zu tun. Wenn die Daten vom PC irgendwann einmal fertig durchgerechnet sind, werden die Ergebnisse in einer kurzen ONLINE-Sitzung wieder zurückgesendet.
Die Wahrscheinlichkeit, auf diese Weise mit dem eigenen PC ein Signal außerirdischer Intelligenz zu entdecken, ist um etliche Größenordnungen geringer als die Wahrscheinlichkeit eines Volltreffers im Lotto - sie ist nahe Null.
Eine deutsche Beschreibung des SETI-Projektes:
http://www.astronomie.de/bibliothek/initiativen/seti/seti.htm

Ein Interview mit Professor Frank Drake:
http://www.morgenwelt.de/wissenschaft/991206-drake.htm


Weitere Links:

Definitely not extraterrestrial
Weltgrößtes SETI-Projekt Phoenix beendete dreiwöchigen intensiven Arecibo-Lauschangriff und feierte dabei einen Fehlalarm. TELEPOLIS-Artikel vom 8.4.2002.

Seti@Home: Der User als dummes Terminal
"Der Benutzer wird zum dummen Terminal degradiert", so Jeremijenko. TELEPOLIS-Artikel vom 7.2.2002.

Dark Side of the Moon
In 15 bis 20 Jahren soll auf der Rückseite des Mondes ein Radioteleskop errichtet werden. TELEPOLIS-Artikel vom 12.1.2002.

Ein ET-Rätsel für die Menschen
Die kanadischen Wissenschaftler, die bereits 1999 Botschaften für "Cosmic Calls" codierten, haben eine neue Sendung verfasst, um sie erst einmal von Menschen entziffern zu lassen: realistisch verrauscht. TELEPOLIS-Artikel vom 9.1.2002.



Sind wir allein ?    -    unterschiedliche Antworten
 

Mutter Erde soll mindestens eine Milliarde Geschwister haben
Astronomen berechnen, dass allein in unserer Galaxis eine Milliarde unentdeckter erdähnlicher Planeten existieren könnten, die in habitablen Zonen liegen
Die Zeiten, da so manch Astronom in seiner anthropozentrischen Fixierung noch ernsthaft glaubte, unsere Erde und unser Sonnensystem sei nichts anderes als eine kosmische Ausnahme, sind seit langem passé. Innerhalb von nur sechseinhalb Jahren sind den Planetenjägern mittlerweile knapp 90 Exoplaneten in die Fangnetze gegangen, worunter indes noch kein erdähnlicher war. Davon jedoch soll es aber im Kosmos mehr als genug geben, behaupten jetzt zwei britische Astronomen, die im Computerexperiment hochrechneten, dass allein in unserer Milchstraße eine Milliarde "Erden" hausen könnten, die sogar innerhalb der für die Entwicklung von Leben so wichtigen habitablen Zone liegen. TELEPOLIS-Artikel vom 18.4.2002

Lebensfeindliches All
Außer der Erde gibt es womöglich kaum Planeten mit höheren Lebensformen. Denn die ökologischen Nischen in unserer Galaxis sind weitaus seltener und kleiner als vermutet.
Ein Artikel in "Spektrum der Wissenschaft" (Dezember 2001) von Donald Brownlee, Guillermo Gonzalez und Peter D. Ward

Leben und Überleben im All
Eine Sammlung von verschiedenen Artikeln zu einem Themenabend im Spiegel-TV am 27.7.2002.



Bücher
 

99,9% der Druckerzeugnisse zum Thema "Außerirdische" sind vermutlich Mist.
Es gibt aber mindestens drei Bücher, die nicht zum Misthaufen gehören:

Peter D. Ward und Donald Brownlee: "Unsere einsame Erde"
Wohltuend flüssig und sachlich geschrieben. Begründet wird die "Hypothese von der einsamen Erde": Mikroskopische Organismen sind in Planetensystemen nichts Besonderes. Größere, komplexe und auch intelligente Organismen sind jedoch äußerst selten.
Man erfährt Erstaunliches u.a. über Extremophile Lebewesen. Es gibt intakte Mikroben bei plus 169 in Tiefseebohrkernen. Tief innerhalb von Gesteinen lebende Mikroben können dort Millionen von Jahren existieren. Sogar in Eisbergen und im Meereis wurden Lebewesen entdeckt, die in der Kälte gedeihen. Es ist das beste Buch zum Thema.
Angaben zum Buch: 2001. 340 S. m. 26 Abb.. Gebunden. ISBN: 3-540-41365-0, 49,90 DM, Springer Verlag (es ist der akademische Springer Verlag).

Carl Sagan: "Blauer Punkt im All"
Ein spätes Werk des berühmten Carl Sagan, des Initiators von SETI und Gründers der Planetary Society, die auch SETI@Home verwaltet. Sagans Elan hat etwas nachgelassen. Man kann das Buch aber gut in Etappen lesen.
Angaben zum Buch: 1996. 440 S. mit vielen Abb.. Gebunden. ISBN: 3-426-26906-6, ~50 DM, Knaur.

Carl Sagan: "Contact"
Ein Roman über den unwahrscheinlichen Fall, daß SETI tatsächlich eine Botschaft von außerhalb der Erde empfängt. Der Roman ist auch eine Milieubeschreibung der scientific comunity und eine Beschreibung der religiösen Zustände in den USA der 1980er Jahre. Es geht auch um Primzahlen, die Fourier-Transformation und die Ziffernfolge 3,1,4,1,5,9,2,6,5,3,5,8,9,7,9,3,2,3,... Sehr spannend zu lesen. Das Buch ist überall als Taschenbuch zu haben. Es ist bekannt geworden durch eine Hollywood-Verfilmung.



Systemadministrator soll wegen SETI@Home in den Knast !
 

Wenn man in den USA als Systemadministrator einer Firma den SETI@Home-Bildschirmschoner auf den Firmen-PCs installiert, so drohen einem 15 Jahre Knast und eine saftige Geldstrafe.


Computer Zeitung Nr. 32 / 9. August 2001 (Seite 6)



Neuigkeiten im Falle Owen

Lebenslange Haft für Verteilung ungenutzter Rechenzeit?
Einem ehemaligen US-Administrator drohen 120 Jahre Gefängnis
Ein Artikel in TELEPOLIS von Brigitte Zarzer am 27.12.2001.


© 22. Juni 2001 (Upd. 19.4.2002)  by Josef Gräf,   SETI